
Die Rolle der Berufsverbände (IQHP-Modell) für eine zukunftsweisende Berufsausbildung Heilpraktiker
Das IQHP-Modell sieht eine grundlegende Professionalisierung des Heilpraktikerberufs vor. Dabei nehmen zertifizierte Berufsverbände eine Schlüsselrolle ein, da sie als kontrollierende und unterstützende Instanz zwischen den Ausbildungseinrichtungen und den staatlichen Stellen fungieren.
Die zentrale Funktion zertifizierter Berufsverbände
Im neuen Organisationsmodell sind die Berufsverbände weit mehr als reine Interessenvertretungen. Sie sind integraler Bestandteil des Qualitätsmanagement-Systems (QM):
- Überwachung und Sicherung: Die für die Ausbildung verantwortlichen Verbände sichern und überwachen die Einhaltung der Leitlinien Heilpraktiker-Ausbildung.
- Begleitung der Fachausbildung: Insbesondere bei spezialisierten Fachausbildungen, wie etwa für invasive Therapiemethoden, übernehmen die Verbände die fachliche Überwachung und Begleitung.
- Einbindung in das QM-Modell: Die Verbände sind selbst Teil des IQHP-QM-Modells und arbeiten eng mit fachkundigen DAkkS-zugelassenen Stellen zusammen, um höchste Standards zu gewährleisten.
Um den Patientenschutz und die Professionalität von Beginn an sicherzustellen, sieht das Konzept eine engmaschige Anbindung der Lernenden an die Verbände vor:
- Pflichtmitgliedschaft: Die IQHP befürwortet eine gesetzlich verpflichtende Mitgliedschaft in einem Heilpraktiker-Berufsverband für alle Anwärter*innen, die eine Ausbildung an gelisteten Fachschulen absolvieren.
- Frühzeitige Qualifizierung: Bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr sind die Anwärter*innen verpflichtet, am QM-gestützten Fachfortbildungssystem ihres Verbandes teilzunehmen.
Strukturierte Ausbildung und Zugang
Die Verbände stützen zudem die neu definierten Ausbildungswege:
- Qualitätsgeprüfte Fachschulen: Die Ausbildung erfolgt an zertifizierten Heilpraktiker-Fachschulen, wobei für Bewerber ohne medizinischen Vorberuf eine Eignungsprüfung durch diese Schulen vorgeschrieben ist.
- Umfangreiche Nachweise: Zur Zulassung beim Gesundheitsamt muss ein durch die Schule dokumentiertes Ausbildungsdokument mit Angabe der absolvierten Seminarstunden in Theorie und Praxis vorgelegt werden.
- Ärztliche Begleitung: Die Fachprüfung für den Sachkundenachweis invasiver Methoden wird ärztlich begleitet und geprüft, um die Patientensicherheit zu maximieren.
Eine geeinte Interessenvertretung
Durch die obligatorische Verbandskultur und die Einführung von Schiedsstellen sowie eines Beschwerdemanagement-Systems soll eine einheitliche Organisation geschaffen werden. Dies ist laut IQHP notwendig, um gegenüber staatlichen Stellen eine starke und konstante Interessenvertretung für die gesamte Heilpraktikerschaft zu gewährleisten.